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Nehmen Sie eine Auswahl vor.

 

Rhetorische Figuren

Unter Rhetorik versteht man die Kunst des Überredens und Überzeugens, die Kunst einen Hörer/Leser sowohl gedanklich als auch emotional umzustimmen. Mittels welcher sprachlicher Mittel dies zu bewerkstelligen ist, untersucht mensch seit der Antike. Nachfolgend eine kleine Auswahl aus den tradierten Mitteln.

Wortfiguren

Allegorie, die              
(gr. bildlich reden)

textuelle Metapher, bildhaftes Sprechen allgemein oder Personifikationen von abstrakten Begriffen.

Darstellung des Todes durch den Sensemann

Analogie, die
(Vergleich)

Vergleich mit dem Vergleichspartikel „wie“

Er ist so stark wie ein Ochse.

Archaismus, der

veralteter sprachlicher Ausdruck

abhold

Bild

umfassende Bezeichnung für Vergleich, Metapher, Symbol, Chiffre etc.

Bildhaftes Sprechen ist das Merkmal von Poesie (gr. Machen, Dichtung).

Chiffre, die            
(frz. Ziffer, Zahl)

schwer deutbares Zeichen/Bild

schwarze Milch der Frühe

Diminutiv, das

Verkleinerungsform

Äuglein, Häuschen

Euphemismus, der
(gr. beschönigende Redeweise)

Beschönigung

Minuswachstum für Rezession,
entschlafen für sterben

Hendiadyoin, das
(gr. eines mit Hilfe von zweien)

Doppelung, Wiedergabe eines Begriffs durch zwei synonyme Wörter

Anklagen ist mein Amt und meine Sendung.

Hyperbel, die
(gr. Übertreibung)

Übertreibung

In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling.

Metapher, die
(gr. Übertragung)

(bildhafte) Übertragung
Ein Begriff wird in einem ungewöhnlichen Zusammenhang gebraucht.

Karl ist ein Löwe. (Ein Mensch ist kein Tier!). Der Löwe Karl.
Tischbein (Ein Tisch hat kein Bein)

Oxymoron, das
(gr. scharf und widersinnig)

Verbindung zweier sich widersprechender Begriffe

schwarze Milch der Frühe („Todesfuge“),
glänzendes Elend

Paronomasie, die
(gr. Wortspiel)

Wortspiel durch Zusammenstellung von Wörtern des gleichen Stammes oder Wortfeldes

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Periphrase, die
(gr. Umschreibung)

Umschreibung eines Begriffs

Das Land, wo die Zitronen blühen.
Der „Allmächtige“ statt „Gott“.

Symbol, das
(gr. Erkennungs
zeichen)

Ein sinnlich fassbarer Gegenstand erhält eine abstrakte Bedeutung

Taube als Tier, aber auch als Symbol für den Frieden

Synekdoche, die

(gr. etwas zugleich miterfassen)

Ersetzung eines Ausdrucks durch einen, der zum gleichen Wortfeld gehört,
aber eine engere Bedeutung hat:
das Pars pro Toto
oder eine weitere Bedeutung hat:
die Metonymie

 

Glotzauge trifft Hakennase.

„Goethe lesen“ statt
„ein Werk von Goethe lesen“

 

Satzfiguren

Alliteration, die
(lat. hinzu + Buchstabe)

gleicher Anlaut aufeinander folgender Wörter

mit Kind und Kegel

Anakoluth, das/ der         (gr. ohne Folge)

„Satzbruch“, formal falsche Weiterführung eines Satzes

Es geschieht oft, dass, je freundlicher man ist, nur Undank wird einem Zuteil!

Anapher, die
(gr. Wiederaufnahme)

Wiederholung des Anfangswortes in aufeinander folgenden Sätzen

Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wieglänzt die Sonne! Wie lacht die Flur!

Aposiopese, die
(gr. Verstummen)

Abbruch der Rede vor der entscheidenden Aussage

Mit diesen kleinen Händen hätte ich ihn - ?

Chiasmus, der

Überkreuzstellung, nach dem gr. Buchstaben Chi, der einem x ähnelt

Die Kunst ist lang,
und kurz ist unser Leben.

Ellipse, die
(gr.  Auslassung)

Auslassung von Wörtern

Du auch?
Nicht wahr?

Epipher, die
(gr. Wiederholung)

Wortwiederholung am Ende zweier Verse oder Sätze

Doch alle Lust will Ewigkeit
tiefe, tiefe Ewigkeit.

Figura etymologica, die

Verbindung stammverwandter Wörter

das Lernen lernen; das Beste vom Besten

Geminatio, die
(lat. Verdopplung)

unmittelbar aufeinander folgende Wiederholung eines Wortes oder Wortgruppe

Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand. (Tand = kleine, hübsche, aber wertlose Sache)

Hyperbaton, das

Abweichung von der üblichen Wortstellung

Es ist des Jahres schönste Zeit.

Inversion, die
(lat.  Verkehrung)

Veränderung der üblichen Wortfolge am Satzanfang

In seinen Armen das Kind war tot.

Litotes, die
(gr. Schlichtheit, Verkleinerung)

Wiedergabe eines Begriffs durch Verneinung seines Gegenteils,
doppelte Verneinung

Viel Gescheites wird es wohl nicht gewesen sein.
Das war nicht unintelligent.

Parallelismus, der
(gr. Nebeneinander)

Gleichstellung, gleicher Satzbau

Der Wahn ist kurz,
die Reu ist lang.

Parenthese, die
(gr. Einschiebsel)

Einschub in einen Satz, durch Klammern oder Gedankenstriche abgetrennt

Ihre Briefe – ich meine die von Sabine – lagen auf dem Tisch.

Pleonasmus, der
(gr. Überfluss, Übermaß)

überflüssige Verstärkung

starke Macht

Trikolon, das
(gr. Dreiglied)

Folge von drei gleichartigen Satzgliedern, oft in Form einer Klimax.

Da vergeht mir Hören, Sehen und Denken.

Zeugma, das
(gr. unpassende Verbindung)

Zwei Substantive hängen vom gleichen Verb ab.

Verschließt er mir sein Herz und seine Kasse.

 

Sinnfiguren

Allusion, die

Anspielung

Sie wissen, was ich meine.

Antiklimax, die

vom stärkeren zum schwächeren Ausdruck

Da kam Edelmann, Bürger, Bauersmann.

Antithese, die
(gr. = Gegensatz)

Entgegenstellung

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.

Emphase, die

hervorhebende, nachdrückliche Betonung (auch akustisch)

Er ist wahrhaftig ein Mann.

Ironie, die (gr. Verstellung)

Etwas sagen, obwohl das Gegenteil gemeint wird.

Eine schöne Bescherung!

Katachrese, die
(gr. Missbrauch)

„Bildbruch“, Vermengung von nicht zusammengehörenden Bildern

Der Zahn der Zeit, der schon manche Träne getrocknet hat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen.

Klimax, die
(gr.  Leiter, Treppe, Höhepunkt)

Steigerung eines Bedeutungsmerkmals

Wie, habe ich ihn nicht gebeten, gefleht, beschworen?

Onomatopoesie, die

Lautmalerei bei Wortbildungen

Es knistert und knastert.

Paradoxon, das

Scheinwiderspruch

Durst wird durch Bier erst schön.

Personifikation, die

Vermenschlichung

Lügen haben kurze Beine.

rhetorische Frage, die

Frage, die nicht beantwortet werden soll bzw. die sich selbst beantwortet

Wer von uns wäre nicht bereit zu helfen?

Tautologie, die

einen Sachverhalt doppelt wiedergebende Fügung

schwarzer Rappe, alter Greis

 

Arbeitsblatt Rhetorische Mittel